Rapperswiler Tag
16. März 2018

2015

Atmosphäre — Sinnlichkeit — Raum

Ob die Menschen sich dessen bewusst sind oder nicht, sie erhalten Ruhe und Kraft aus der «Atmosphäre» der Dinge, in oder mit denen sie leben. Sie wurzeln in ihnen, wie eine Pflanze in dem Boden wurzelt, in den sie gepflanzt wird.
(Frank Lloyd Wright, Das natürliche Haus, 1954)

Atmosphäre widerspiegelt die Wirklichkeit unserer Umwelt auf der Ebene des sinnlichen Erlebens. Von ihr hängt ab, ob wir uns an einem Ort gerne aufhalten oder nicht. In der land­schafts­architektonischen Gestaltung steckt zuweilen noch ungenutztes Potential, lebendige Räume herzustellen, die nicht nur die Ansprüche der Auftraggeber und Nutzer funktional erfüllen, sondern facetten­reiche Stimmungen entstehen lassen und den Blick über das Mach­bare hinaus öffnen. Räume, die uns überraschen, die unseren Schritt verlangsamen und öffentliches Leben ermöglichen. Räume vielleicht auch mit fragileren, zufälli­geren, flüch­ti­geren Strukturen.

Der Rapperswiler Tag 2015 möchte Mittel und Möglichkeiten ausloten, die in der Land­schafts­architektur zur Verfügung stehen, um Atmosphäre und Sinnlichkeit Raum zu geben. Dabei geht es um das Wechselverhältnis von materiellen Gestaltungselementen (Gebäude, Baum, Weg usw.) und subjek­ti­vem Raumempfinden. Inwiefern beeinflussen Pflanzen, Jahreszeiten, Materia­lien, aber auch Geräusche, Gerüche und Bewegungen die Wahrnehmung? Wie lassen sich verborgene Atmosphären aufspüren? Wie lassen sich Bilder und Gefühle in uns wach­rufen, die als Erfahrung weiterleben?

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2014

Schöne Aussichten

Die aktuellen Diskussionen um Siedlungs­ver­dich­tung, nachhaltige Energie­produktion, Schutz vor Naturgefahren oder die jüngsten Entscheide an der Urne lassen keinen Zweifel offen: Das Thema Landschaft gewinnt in der Schweiz an gesell­schaft­licher Relevanz. Daraus resultiert ein politischer Auftrag, sich intensiver um die Landschaft, um deren Nutzung, Entwicklung und Gestaltung zu kümmern; dies sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum und auf allen Massstabebenen.

Indessen, wer nimmt diesen Auftrag entgegen? Es braucht Landschafts­fachleute mit einem integrativen Ansatz, eigentliche Kümmerer, deren Kernkom­petenzen in der Analyse und Beantwortung land­schaft­licher Frage­stellungen liegen. Fachleute, welche sich den neuen Herausforderungen stellen und bereit sind, mit ihrer Urteilskraft und Kreativität auch gesell­schaft­liche Verantwortung zu übernehmen.

Sich in die aktuellen Diskurse einzumischen und Positionen zu beziehen ist das eine, innovative Lösungen vorzuschlagen, Bedürfnisse der Nutzer aufzu­nehmen und Prozesse langfristig zu begleiten, wohl der anspruchsvollere, aber auch Vertrauen bildende Teil der Aufgabe.

Die Landschaftsarchitektur versteht sich seit jeher als Hüterin des benötigten Wissens und der geeigneten Werkzeuge zur Produktion von Land­schafts­quali­tät. Wie kann die Profession mehr gesellschaftliche Relevanz erlangen und was kann sie mit Sicht auf sich abzeichnende Herausforderungen anbieten?

Über dieses und anderes wollen wir am nächsten Rapperswiler Tag diskutieren sowie neuen Ideen eine Plattform bieten.

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2013

all inclusive — Den Massstab neu definieren

Bis vor wenigen Jahren zog sich berlinmässig eine scharfe Trennlinie durch die Land­schafts­architektur, jene zwischen Freiraumentwurf und Land­schafts­planung. Zwischen den Mass­stäben, den methodischen Ansätzen und Instru­menten lagen Welten. Seit Parolen wie «die Schweiz ist eine Stadt» oder «Landschaft ist überall» nähert sich indessen die Schnitt­menge der beiden Konzepte der 100-Prozent-Marke. Mit der Emulsion von Stadt und Land, von Projektierung und Planung, entsteht etwas völlig Neues, das mehr ist als die Summe beider Teile und nicht mehr auseinanderdividierbar.

Siedlungen und Infrastrukturen breiten sich immer weiter aus, sind dispers und rufen nach einer Betrachtung weiter Landstriche als Siedlungsfreiräume, mit einschneidenden Konse­quenzen für Identität, Nutzung und Gestalt. Städter eignen sich siedlungsnahe Land­schaften an und produzieren so Freiräume. Auch Wald und Landwirtschaftsgebiete können sich nicht länger nach eigenen Regeln entwickeln, sondern sind Teil des gestalteten Lebens­raums. Der Anteil der Landschaftsproduktion gegenüber der Holz- resp. Nahrungsmittel­produk­tion steigt darin laufend. Die Nachfrage ist ungebremst und die grossmass­stäbliche Land­wirt­schafts­ästhetik verabschiedet sich als Resultierende der Ökonomie in Richtung Wunschbild erholungssuchender Städter.

Die Definition von Entwicklungszielen für diese neuen Landschaften und die Umsetzung im Rahmen von Projekten ist geradezu zwangsläufig. Wir disku­tieren am Rapperswiler Tag 2013 die Herausforderungen der integralen Sicht auf den Raum und zeigen die guten Beispiele.

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